Japanische Wirtschaft

Die wirtschaftliche Rationalisierung

Der Begriff “Rationalisierung” lässt sich am besten mit “etwas vernünftig machen” oder “etwas einen Sinn geben” übersetzen. Auf die Wirtschaft übertragen bedeutet Rationalisierung, Maßnahmen in der Produktion zu ergreifen, die bei gleichem Input einen höheren Output bringen oder bei gleichem Output weniger Input benötigen. Diese Effizienzsteigerung birgt aber nicht nur Chancen. Wenn Rationalisierungsmaßnahmen nicht zu Stellenabbau, Outsourcing oder in eine Sackgasse führen sollen, dann muss der Begriff weiter gefasst werden und darf sich nicht nur auf den Produktionsprozess beschränken.

Rationalisierung im gesamten System

Die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen ist im Wettbewerb unerlässlich und die Grundlage für Wirtschaftswachstum. Allerdings konzentriert sich die traditionelle Rationalisierungslehre auf den Produktionsprozess und so auf die Senkung der damit verbundenen Lohnkosten, was ein endlicher Prozess ist und sich “tot läuft”. Nicht immer bringt eine auf traditioneller Rationalisierung beruhende Preissenkung auch eine erhöhte Nachfrage, also ist der Abbau von Stellen unvermeidlich und die Unternehmenssituation hat sich nicht verbessert. Erhöht sich die Nachfrage durch die Preissenkung, stößt das Unternehmen bei gleicher Technologie trotzdem wieder an Grenzen, denn der Wettbewerb ist unerbittlich. Fasst man den Begriff “Wirtschaftlichkeit” aber weiter und integriert Input, Output, Personal, Technologie und Organisation, befasst sich so mit dem Konzept der Systemwirtschaftlichkeit, bekommt die Rationalisierung einen nachhaltigen Charakter. Sie muss also mit Innovation in Produkt und Prozess einhergehen, um neues Potential zu schaffen, neue Marktchancen zu erarbeiten und wiederum neue Möglichkeiten der Rationalisierung zu eröffnen. Nur so können Unternehmen auf Dauer im Wettbewerb bestehen.

Rationalisierungsaktivitäten als Unternehmensstrategie

Sogenannte Ad-hoc-Aktivitäten, um Ressourcen im Produktionsprozess einzusparen, sind nur kurzfristige Ansätze, die auf Dauer keinen Bestand haben können. Die gesamte Unternehmensstrategie sollte auf Schwachstellenanalyse und -bekämpfung bei gleichzeitiger Forschung und Entwicklung ausgelegt sein. Innovative Produkte oder Produktionsverfahren können ganz neue Märkte erschließen, durch Preissenkungen die Nachfrage verstärken und neues Rationalisierungspotential bieten. Dazu müssen Rationalisierungsmaßnahmen an allen Positionen eines Unternehmens ansetzen, auch beim Personal. Schwerpunkte wären hier Qualifikation, Flexibilität, verschiedene Arbeitszeitmodelle, aber auch die Motivation, die nicht unterschätzt werden darf. Sämtliche Prozesse, Ablauf- und Aufbauorganisation müssen untersucht werden. In den Bereichen Entwicklung, Konstruktion und Produktgestaltung liegt ein großes Potenzial zur Rationalisierung, wenn fertigungsgerechte Normung, Typung und Konstruktion usw. berücksichtigt werden. Es ist also grundlegend, dass unternehmensumfassende Rationalisierungsaktivitäten mit ständiger Innovation einhergehen, um eine nachhaltige Marktsicherung und Entwicklung des Unternehmens zu gewährleisten und somit Chancen dauerhaft realisieren zu können.

Nachhaltige Rationalisierung – Grundlage für Erfolg

Die Effizienzsteigerung in Unternehmen ist Grundlage für die Behauptung im Wettbewerb und für Wirtschaftswachstum. Kurzfristige Kosteneinsparungen aber sind mit erheblichen Risiken verbunden. Bei ausschließlicher Konzentration auf Lohnkostensenkungen im Produktionsprozess ist keine Nachhaltigkeit gegeben, weil diese Bemühungen endlich sind und sich tot laufen können. Eine Systemrationalisierung beinhaltet neben Schwachstellenanalyse und -abbau auch Innovationen in Produkt und Prozess. Damit werden zum einen Kosten gesenkt und Gewinn maximiert, zum anderen die Eroberung neuer Marktanteile möglich. Nur ein kontinuierlich ausgewogenes Verhältnis dieser zwei Komponenten ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens. Auch für die Volkswirtschaft ergeben sich so positive Effekte, da mit einer Systemrationalisierung kaum Stellenabbau oder Outsourcing einhergehen.

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